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Die Konkurrenz ist groß: Auf dem Spendenmarkt bemühen sich neben der Kirche – im Bild die evangelische Kirche in Walluf am Rhein – eine fast unüberschaubare Zahl von Organisationen um die Zuwendungen von Firmen und Sponsoren. Fundraiser müssen da einfallsreich sein und über gute Kontakte verfügen.

Die Spende wird zum Investment

Vor allem Aktiengesellschaften sehen genau hin, wem sie etwas geben: Es muss sich für sie selbst lohnen

FRANKFURT a. M. Großunternehmen schauen genau hin, welche Organisation oder welches Projekt ihnen förderungswürdig erscheint. Ihr soziales Engagement hat sich gewandelt. Kirchliche Spendensammler müssen sich darauf einstellen.

Darauf hat Marlehn Thieme hingewiesen, Mitglied des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland. Thieme sagte beim 10. Fundraising-Forum von Evangelischer Kirche und Diakonie in Hessen und Nassau, die klassische Spende werde zunehmend vom »sozialen Investment« verdrängt.

Der »Philanthropie-Anteil«, also die reine Menschenfreundlichkeit, sei in großen Aktiengesellschaften deutlich kleiner als etwa in mittelständischen Unternehmen, sagte Thieme, die Direktorin der Deutsche Bank AG ist. Dort müssten die Ausgaben für gesellschaftliches Engagement sehr viel mehr dem Geschäftszweck dienen und die Aktionärsinteressen berücksichtigen.

Das 10. Fundraising-Forum in der Frankfurter DZ-Bank stand unter dem Motto »Langfristig investieren in kurzatmigen Zeiten«. Die meisten der 160 Teilnehmer kamen aus Diakonie und Kirche. In Workshops und Seminaren konnten sie sich über die Errichtung von Stiftungen und Fördervereinen, Kooperationen mit Unternehmen oder Soziale Netzwerke informieren.

Foto: esz-Archiv; Graphik: Heiz Malcharzyk

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AKTUELLES

EKD-Kulturbeauftragte findet Vatertags-Besäufnisse »denkbar schlicht»

Berlin. Die Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland, Petra Bahr, hat die am Himmelfahrtstag verbreiteten Vatertags-Feiern als »denkbar schlicht« kritisiert.

Es habe mit Festkultur und der Ehre der Vaterrolle wenig zu tun, wenn der Vatertag nur bedeute, dass sich Väter betrinken, sagte Bahr dem Evangelischen Pressedienst in Berlin. Glaubwürdiger wäre es, Väter ähnlich wie Mütter am Muttertag zu feiern und ihnen Geschenke zu machen, »anstatt sie zu zwingen, sich mit anderen Vätern zusammenzurotten und den Verstand zu verlieren«. Entsprechende Traditionen gebe es in anderen Ländern, sagte die Theologin. »Die Idee, Väter mit einem eigenen Tag im Jahr zu ehren, ist toll.« Nur die Art, wie er in vielen Teilen Deutschlands begangen werde, sei »auch für viele Väter reichlich irritierend«. Zugleich forderte Bahr die Kirchen auf, die Tradition des Vatertages mit einzubinden: »Die kirchliche Polemik gegen den Herrentag ist nicht angebracht.« Es gebe in der christlichen Tradition genügend Anknüpfungspunkte, um über die Rolle von Vätern und Müttern nachzudenken.

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BLICKPUNKT
Widerstand ohne Waffe

Widerstand ohne Waffe

»Gegen den Strom« – Ausstellung in Frankfurt stellt Menschen vor, die während der NS-Zeit Juden retteten

Über die Judenverfolgung unter Hitler ist viel bekannt, wenig aber über Judenretter. Einzelne, von der Hausangestellten über den Polizisten bis zum Unternehmer, halfen bedrohten Juden. Eine Ausstellung in Frankfurt macht Fälle aus Hessen bekannt.

Entschlossen sieht der Mann mit der Badehose und dem Stirnband aus, wie bereit zum Sprung, die Arme wie Flügel ausgebreitet. Mit diesem Porträt schickte der Schweizer Arthur Schaub 1944 eine verschlüsselte Botschaft an seine Frankfurter Stieftochter Maya Rhotert: Er wollte die von der Deportation Bedrohte schwimmend über den Rhein in Sicherheit bringen. Da die Tochter einer jüdischstämmigen Mutter vom Staat überwacht wurde, musste Schaub zweimal unverrichteter Dinge umkehren. Rhotert trug eine Zyankali-Kapsel für den Fall des Scheiterns bei sich. Sie überlebte in einem Versteck.

»Gegen den Strom. Solidarität und Hilfe in Frankfurt und Hessen« heißt die Ausstellung, die im Museum Judengasse in Frankfurt Beispiele von Menschen zeigt, die während der Hitler-Diktatur Juden in Hessen geholfen haben. »Es waren Einzelne, die gegen den Strom schwammen, aber es gab sie«, sagt Museumsdirektor Raphael Gross. Die bis 14. Oktober geöffnete Schau erzählt anhand von Fotos und Objekten aus Privatbesitz, wie der Zyankali-Kapsel von Maya Rhotert, die Geschichten beispielhafter Retter.

Einzelne zeigten Mut und Solidarität

Unter ihnen waren Angestellte jüdischer Haushalte, die auch nach dem Verbot der Arbeit bei Juden ihren Arbeitgeberfamilien treu blieben. Ein Bollerwagen mit Bänden jüdischer Gottesdienstliturgien steht für den Mut von Hermine Baumeister. Sie übernahm angesichts der beginnenden Deportationen 1941 die Bücher mit der liturgischen Überlieferung der Frankfurter Hauptsynagoge und versteckte sie. Mit dem Bollerwagen fuhr sie die Bände von Oberkantor Nathan Saretzki nachts nach Hause. Die Nationalsozialisten machten klar, dass eine Solidaritätsbekundung mit den Juden gefährlich ist: »Konzentrationslager für widerspenstige Staatsbürger, die ihre Einkäufe bei Juden tätigen« stand auf einem Schild, das am 2. April 1933 an einem Drahtverhau auf dem Kasseler Opernplatz angebracht wurde. Dennoch trauten sich Einzelne, Solidarität zu zeigen: Auf einem Foto blickt eine Frau mit blonden Locken und einem Judenstern am Mantelrevers den Betrachter an. Das Außergewöhnliche: Die Frankfurterin Anneliese Cetin, geborene Steffan, steckte sich den Stern nach dem Novemberpogrom 1938 freiwillig an.

Helfer mussten bittere Folgen ertragen

Manchmal mussten Helfer bittere Folgen ertragen. Ein Foto zeigt einen Trupp Uniformierter in Pose, die vor sich einen Mann unterhaken. Er trägt ein Schild um den Hals mit der Aufschrift: »Ich bin ein Judenknecht«. Die meisten Helfer handelten nicht allein, sondern gemeinsam mit Gleichgesinnten. So wurde in Frankfurt erst in den vergangenen Jahren die Existenz eines »Bockenheimer Netzwerks« um den Arzt Fritz Kahl und seine Frau Margarete sowie den evangelischen Pfarrer Heinz Welke bekannt. Sie besorgten Juden gefälschte Pässe, organisierten Verstecke und bereiteten Fluchtwege ins Ausland vor.

Auch Prominente halfen Juden. So stellt die Schau den Wetzlarer Unternehmer Ernst Leitz vor, dessen Firma die erste Kleinbildkamera »Leica«, erfand. Leitz stellte gezielt Juden ein, bildete sie aus und half ihnen und ihren Familien, sich bei seinen Tochtergesellschaften in London und New York eine neue Existenz aufzubauen. Schließlich gibt es Beispiele von Helfern selbst dort, wo man sie zuletzt erwartete: Der Frankfurter Polizeimeister Otto Kaspar, die Gefängnisaufseherin Elisabeth Wetzel und der Gestapo-Beamte Gotthold Fengler stehen für sie.

Die Ausstellungsmacher haben nach Angaben der Kuratorin Heike Drummer die Fälle von rund 250 Judenrettern in Hessen zusammengetragen. Nach 1945 sei das Thema lange verschwiegen worden, sagt Direktor Gross. Lange sei umstritten gewesen, ob Hilfe ohne eine Waffe in der Hand überhaupt als Widerstand gelte.

Ohnehin seien Widerstandskämpfer in der Anfangszeit der Bundesrepublik als Landesverräter gesehen worden. Das Problem des Mangels an Zeugnissen liege in der Sache selbst, weil die Helfer jeden Nachweis zu vermeiden suchten. Was den Rettern aus ethischen Motiven selbstverständlich erschien, darüber hätten sie nach 1945 kein Aufheben gemacht, sagt Drummer.

Geöffnet dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, mittwochs bis 20 Uhr. Geschlossen am 28. und 29. Mai. Internet: www.juedischesmuseum.de

Foto: Jüdisches Museum / Nicole Jussek-Sutton, Irland

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GEMEINDEREPORT
Kirchenvorstand als Motor

Kirchenvorstand als Motor

Elkershausen feiert den Geburtstag der Kirche mit einem Mittelaltermarkt an Himmelfahrt • Von Gundula Stegemann

An Himmelfahrt verwandeln die rund 700 Einwohner von Elkershausen ihren Heimatort in ein mittelalterliches Dorf. Anlass ist der Geburtstag der Kirche, den die Gemeinde zwei Jahre lang feiert.

Im östlichen Hintertaunus im Landkreis Limburg-Weilburg liegt die Gemeinde Elkershausen, ein Ortsteil der Großgemeinde Weinbach. Rund 700 Einwohner zählt der Ort, die meisten von ihnen sind evangelisch. Zur Kirchengemeinde gehört auch das an der Lahn gelegene Fürfurth. »Insgesamt hat die Gemeinde rund 500 Mitglieder«, sagt Pfarrer Ulrich Finger. Seit 2007 wird die Gemeinde von ihm betreut; er ist bereits seit mehr als 20 Jahren als Pfarrer in den Nachbarorten tätig. »Viele der hier lebenden Berufstätigen legen auf dem Weg zu ihrem Arbeitsplatz etliche Kilometer zurück. Wer hier wohnt, lebt beschaulich und weiß das Leben auf dem Land und die damit verbundene Lebensqualität zu schätzen.«

Buntes und breit gefächertes Gemeindeleben

In Elkershausen ist die Kirche noch mitten im Dorf. Hundert Jahre ist sie alt. Und das wird groß gefeiert und zwar seit zwei Jahren. Denn 1911 wurde die alte Kirche abgerissen und mit dem Bau der neuen Kirche begonnen. Erst anderthalb Jahre später wurde sie fertiggestellt und am 6. Oktober 1912 feierlich eröffnet. Dieses Jubiläum begehen die Elkerhäuser mit einer Reihe von Veranstaltungen, in denen immer wieder deutlich wird, wie bunt und breit gefächert das Gemeindeleben ist – sowohl früher als auch heute. Zeugnis davon geben historische Bilder und Urkunden, die derzeit in der Kirche ausgestellt werden.

So kann man eine Tafel mit Konfirmandenbildern von 1906 bis in die heutige Zeit besichtigen sowie kunstvoll verzierte Konfirmandenurkunden. Eine weitere Tafel zeigt Berichte aus dem Gemeindeleben und von Veranstaltungen im Rahmen des Jubiläums. Im vergangenen Jahr wurde ein altes Uhrwerk von 1913 wieder aufgestellt, ein Mundartgottesdienst gefeiert und ein Modell der Kirche in Miniaturausgabe gezeigt.

Einer der Höhepunkte der Feierlichkeiten in diesem Jahr bildet ein »Tag im Mittelalter« an Christi Himmelfahrt am 17. Mai. Auf dem Mittelaltermarkt rund um Dorfgemeinschaftshaus und Kirche erwartet die Gemeinde viele Besucher. Alle örtlichen Vereine sind in die Vorbereitungen für diesen Tag eingebunden. Um 10 Uhr wird der Markt eröffnet, um 10.30 Uhr feiert die Gemeinde mit ihren Gästen und Besuchern sowie mit ihrem Pfarrer einen mittelalterlichen Gottesdienst mit Taufe. »Anschließend gibt es ein abwechslungsreiches Programm mit Künstlern, Akteuren und Gauklern insbesondere auch für Kinder bis zum Einbruch der Dunkelheit«, verrät Pfarrer Finger, der selbst ein passionierter Fan des Mittelalters ist.

Mittelaltermarkt in Elkershausen

»Vom keltischen Badehaus bis zum Bogenschützen ist alles, was neugierig und Spaß macht, dabei.« Darunter sind auch ein sogenannter Scriptor, also ein Namenskundiger, sowie ein Geschichtenerzähler, mehrere Tanz- und Musikgruppen sowie zeitgemäße Verpflegung. Es ist nicht der erste Mittelaltermarkt in Elkerhausen. Bereits zur 800-JahrFeier 1991 haben die Bewohner des kleinen Ortes ein großes historisches Fest, bei dem das Mittelalter nicht fehlen durfte, ausgerichtet. So war die Idee entstanden, auch zum Kirchenjubiläum das Mittelalter aufleben zu lassen. Außerdem finden ganz in der Nähe alljährlich die Freienfelser Ritterspiele statt, die weit über die Grenzen der Region hinaus große Anziehungskraft haben.

Das vierte Gotteshaus an gleicher Stelle

Die in der Ortsmitte gelegene Burg der Raubritter zu Elkerhausen spielt auch in der Geschichte der Kirche eine nicht unbedeutende Rolle. Denn die jetzige Kirche ist bereits das vierte Gotteshaus, das an dieser Stelle errichtet wurde. Bereits in einer Urkunde des Trierer Erzbischofs aus dem Jahr 1278 soll es Hinweise auf eine Kirche in Elkerhausen geben, die durch einen Neubau ersetzt werden sollte. Errichtung, Unterhaltskosten und Reparaturen oblagen den Burgmannen von Elkerhausen, die dafür den Priester bestimmen durften und die Kirchenabgaben der Einwohner erhielten. Zwischen 1604 und 1608 erfolgte der Bau der dritten Kirche, die Anfang des 20. Jahrhunderts abgerissen wurde. Aus dem Vorgängerbau erhalten ist noch heute ein Taufstein aus schwarzem Schupbacher Marmor mit weißen Äderungen, etwa um 1850, und die Orgel von 1846/47 von dem Möttauer Orgelbauer Daniel Rassmann. An der Außenwand erinnern drei steinerne Reliefs an die früheren Patronatsherren und Erbauer des jetzigen Vorgängerbaus.

Der Kirchenvorstand erledigt die Küsteraufgaben

Motor des Gemeindelebens heute ist der Kirchenvorstand, sagt Pfarrer Finger. Die Gemeinde hat keinen Küster, dessen Aufgaben werden vom Kirchenvorstand wahrgenommen und untereinander aufgeteilt. »Der Kirchenvorstand ist der Träger des Gemeindelebens«, sagt Ulrich Finger. »Aber es sind viele Gemeindemitglieder, die sich hier in verschiedenen Gruppen einbringen und das Leben in der Gemeinde mit prägen.« So gibt es einen wöchentlichen Krabbelkreis für die Jüngsten. Zahlreiche Frauen engagieren sich in der Frauenhilfe, einmal im Monat trifft man sich zum Frauenfrühstück, plaudert, tauscht Erlebnisse und Erfahrungen aus, entspannt sich bei Musik, meditiert, hört Texte und vieles mehr. Darüber hinaus beschäftigen sich die Frauen mit aktuellen sozialen Fragen und Problemen in der Gesellschaft.

Ihren Ideenreichtum bewiesen die Gemeindemitglieder einmal mehr, als der Gottesdienstraum im Dorfgemeinschaftshaus in Fürfurth gesperrt war und als Herberge für das Krippenspiel der erwachsenen Gemeindemitglieder somit nicht zur Verfügung stand : Kurzerhand wurde die Aufführung trotz der kalten Witterung im Dezember ins Freie verlegt.

Kirchengemeinde Elkerhausen; Pfarrstraße 4; 35796 Weinbach; Tel.: 0 64 72 / 3 97 ; Internet: www.kirche-elkerhausen.de.

Fotos: Gundula Stegemann

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Altennachmittag, Senioren-Kaffee – sollte die Kirche für Ältere nicht mehr zu bieten haben?





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