Ihre Meinung ist uns wichtig!

Teilen Sie uns mit, was Sie zu den Themen der Sonntags-Zeitung zu sagen haben. Wir möchten Ihre Meinung anderen Leserinnen und Lesern nicht vorenthalten. Entsprechend veröffentlichen wir hier gerne Ihre Leserbriefe (Kürzungen behalten wir uns vor).

 

Leserbriefe

FORUM

Alarmierend

Zu: »Was glaabsde denn so?«; Evangelische Sonntags-Zeitung Nr. 6

Im Grunde weiß man es ja – und trotzdem ist es für mich wieder erschreckend, dass so wenig Menschen eine persönliche Beziehung zu einem lebendigen und Mensch gewordenen Gott haben; so wenig Sinnfindung im Christentum entdecken. (...) Nur wer Jesus Christus auf einer ganz persönlichen Ebene kennengelernt hat, ist berührt und begeistert davon, was Gott in seinem Leben getan hat und tut. Das ist die beste Motivation anderen davon zu erzählen.

Wir brauchen in unserer Kirche Menschen, die Gottes Nähe und Wirken in ihrem Leben zulassen und authentisch vorleben. Daraus ergibt sich eine Eigendynamik, die all das bewirkt, was uns vor dem Untergang bewahrt. Ich finde den Zustand unserer Kirche alarmierend. Aber das nicht erst seit heute.

Andreas Ohlde; Hünfelden

Ausstellungskonzept

Zu: »Hinausgeworfen«; Evangelische Sonntags-Zeitung Nr. 4

Vielen Dank für diesen Artikel, in dem Sie wie nie zuvor in Hessens Kirchenlandschaft die Thematik »Evangelische jüdischer Herkunft« auf breiter Grundlage behandeln. Als ich 2008 zum Forschungsprojekt stieß, gab es in unseren Kirchengemeinden Einzelaktionen aber keine breitenwirksame öffentliche Behandlung des Themas vor Ort. (...) Deshalb habe ich nach sondierenden Gesprächen mit Lutz Becht (Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main) das Grundkonzept einer wachsenden, dreiteiligen Ausstellung mit Stationen in 20erfunden. Es ist eines der Erinnerungsprojekte unseres Arbeitskreises unter Leitung von Hermann Düringer (Akademie Arnoldshain). Ortsgemeinden sollen durch die Wanderausstellung miteinander verbunden werden, weswegen sie aus drei Teilen besteht. In jeder Gemeinde wird nur einmal gezeigt, was vor Ort an Material auftaucht. Daraus wird ein Roll-Up erstellt sowie zu den anderen und dem Grundbestand von fünf Tafeln mitgegeben. (...) Auf diese Weise können wir den finalen Bestand sichern, Tafeln nachdrucken, sie in einem Katalog verwerten und beides bei Bedarf anderen Städten und Regionen zur Verfügung stellen. Hartmut Schmidt als unverzichtbarer Fachmann ist eine unschätzbare Hilfe bei der Realisierung dieses ungewohnten Konzepts. Mit ihm und unserem Kuratorium freue ich mich auf zwölf verschiedene Ausstellungen. (...) Mein Wunsch ist es, auf breiter Basis, was vielleicht zum letzten Mal möglich ist, Zeitzeugen und Dokumente aufzufinden, die wir noch nicht kennen. Näheres zur Wanderausstellung finden Interessierte auf der Internetseite www.maria-magdalena-gemeinde.de/mahnkoppAG.htm.

Pfr.Volker Mahnkopp; Frankfurt

Gelegenheit verpasst

Zu: »Noch einmal helles Weihnachtslicht«; Evangelische Sonntags-Zeitung Nr. 6

Erst vor wenigen Wochen gab es den Festakt der Synode zur Erweiterung des Grundartikels vor 20 Jahren. Hier ist von der »bleibenden Erwählung des jüdischen Volkes« die Rede, welche Theologie und Kirche den Geschwistern Jesu nahezu 2000 Jahre gnadenlos abgesprochen haben. In der durchaus lesenswerten Sonntagsbetrachtung für Septuagesimä wird auch der »Lobgesang Simeons« zitiert. Die sich bietende Chance, den Text als kritische Anfrage an ernsthaftes theologisches Bemühen nach Auschwitz zu begreifen, wird meines Erachtens leichtfertig zugunsten einer heute verbreiteten Wellness-Religion verspielt. Wie kann ich die Wohltaten des von Gott geschickten Retters preisen und mich von ihnen befrieden lassen, wenn ich den von Lukas überlieferten Ausspruch im Blick auf das Handeln des Messias zwar vollständig zitiere, aber nur dessen ersten Teil ernst nehme. Gottes heilvolles Handeln in Jesus von Nazareth bezieht sich auf die Völker (Licht für die Heiden) und auf Israel (zum Preise deines Volkes). Ernsthaften Textauslegern und aufmerksamen Lesern stockt hier der Atem: Zum Elend, zur Schmach, zur Erniedrigung und Delegitimierung des jüdischen Volkes haben Theologie und Kirche diese Textstelle missbraucht – keinesfalls zur »Verherrlichung Israels«. (...)

Pfr. i. R. Peter Kratz; Wiesbaden

Schwer erträglich

Zu: »Religionskrieg« (Standpunkt); Evangelische Sonntags-Zeitung Nr. 4

Selbstverständlich darf jeder seine Meinung äußern. In meiner Evangelischen Sonntags-Zeitung wünsche ich mir aber, dass das Leute tun, die verstehen, wovon sie reden und schreiben und das auf einem Niveau tun, das sich deutlich von der Bild-Zeitung abhebt. Ich finde den »Standpunkt« zum Thema Nigeria schwer erträglich. Auch wenn Sie an einer Stelle meinen, sie wollten nichts beschönigen, relativieren sie doch mit Ihren vielen Vergleichen ein schreckliches Geschehen bis zur Unkenntlichkeit.
Am Ende Ihres Artikels weiß man zwar nicht, was Sie eigentlich sagen wollen, aber alles ist nicht so schlimm, weil es viel davon gibt. Gott sei es gedankt, dass es in dieser Ausgabe auch noch vernünftige und kenntnisreiche Äußerungen zur Situation und den Anschlägen in Nigeria gibt. Im Übrigen glauben die Menschen weder in Nigeria noch anderswo an »verschiedene Götter«. Wenn solche in Ihrem Religionsverständnis Platz haben, finde ich das bedauerlich.

Renate Ellmenreich; Mainz

»Anders an Gott glauben heißt nicht, an einen anderen Gott glauben« – mit diesem prägnanten Satz hat Professor Reinhold Bernhardt beschrieben, worum es im interreligiösen Dialog geht. Abgesehen von der vor diesem Hintergrund etwas verunglückten Aussage über den Glauben »an verschiedene Götter« finde ich Ihren »Standpunkt« angenehm differenziert und in der Sachfrage wegweisend.

Pfarrerin Annette Mehlhorn;

Rüsselsheim

Vorsitzende des Bendorfer Forums für ökumenische Begegnung und Interreligiösen Dialog e.V.

Wulff kein »Wutpräsident«

Zu: »Der Wutpräsident« (Standpunkt); Evangelische Sonntags-Zeitung Nr. 3

Ohne Zweifel hat unser Bundespräsident Fehler beim Krisenmanagement begangen, die er aber beim ARD/ZDF-Interview eingeräumt und sich dafür entschuldigt hat. Sind wir Menschen nicht wütend, wenn etwas in den Medien veröffentlicht wird, ohne dass wir unmittelbar Einfluss auf die tatsächliche Aufklärung nehmen können? Es stellt sich langsam die Frage: Wird der Sachverhalt bewusst weiterhin verzerrt, weil die Bild- Zeitung dahinter steckt, oder weil dem politischen Gegner dieser Bundespräsident nicht ins Kalkül passt? Die in dem Kommentar aufgestellte Behauptung »Wulffs Umgang mit den Verfehlungen und seine Versuche, sie zu verschleiern, zu bagatellisieren und die Berichterstattung zu verhindern«, lässt eindeutig erkennen, dass der Autor des »Standpunkts« die Zusammenhänge dieser angeblichen Kredit- und Medienaffäre nicht erkannt hat oder erkennen will. Solche Kommentare beschädigen das höchste Amt in unserem Staat und sind nicht geeignet, zur Wahrheitsfindung beizutragen. Nach derzeitigem Stand staatsanwaltlicher Ermittlungen sind gegen den Bundespräsidenten keine Vorwürfe stichhaltig genug, um einen Anfangsverdacht für ein Strafverfahren zu begründen. Als beleidigend empfinde ich den Satz »Ganz offensichtlich ist er ( gemeint ist der Bundespräsident) für sein hohes Amt vollkommen ungeeignet«. Woher nehmen Sie diese Weisheit, denn bei mir bleiben große Zweifel ob des Wahrheitsgehalts der an die Öffentlichkeit gezerrten Vorwürfe. Es mutet teilweise wie eine Treibjagd an, wie hier mit der Glaubwürdigkeit eines Bundespräsidenten umgegangen wird, wobei die angeblichen Verfehlungen aus der Zeit stammen, als er noch Ministerpräsident in Niedersachsen war. Wenn dann noch Joachim Gauck – Gegenkandidat von Christian Wulff – als ein Mann hingestellt wird, dem dies nicht passiert wäre, betätigt sich die Evangelische Sonntags-Zeitung als Wahrsagerin. Die Evangelische Sonntags-Zeitung sollte parteipolitisch unabhängig bleiben, aber auch der Versuchung widerstehen, das Amt des Bundespräsidenten neu besetzen zu wollen.

Heinz Römermann; Hohenstein

Schon Fastnacht?

Zu: »Eine Melodie aus einer anderen Welt«; Evangelische Sonntags-Zeitung Nr. 4

Liebe Leute von der Bildredaktion, da hat Frau Rimbach-Sator eine stimmige und anregende Betrachtung zum Wochenspruch geschrieben. Und Sie setzen dann darüber das Bild einer Orgel mit einem Text, der offenbar bei der Määnzer Fassenacht entstanden ist. Solchen Stuss findet man nicht in seriösen Nachschlagewerken und selbst ein kurzer Blick ins Internet hätte zur Klärung genügt. Aber eigentlich musste man nur die Betrachtung selbst lesen. Schicken Sie Frau Rimbach-Sator einen Blumenstrauß und nutzen sie die bald beginnende nach-fassnachtliche Busszeit.

Kampagne gegen die Kirchen

Zu: »Deutschland – ein Missionsland«; Evangelische Sonntags-Zeitung Nr. 1

Die Evangelische Sonntags-Zeitung zum Jahreswechsel war informativ und lesenswert. Wenigstens hier wird Bezug genommen zur Sinus-Studie zum Kirchenaustritt. Die Schlagzeilen zu dieser Studie in vielen Tageszeitungen waren eine recht offensichtliche Kampagne gegen die christlichen Kirchen; zielgenau kurz vor Weihnachten auf den Markt geworfen. Eigentlich müssten die Kirchen darauf jetzt offensiv reagieren, aber noch sieht es danach nicht aus. Nicht schlüssig finde ich die Verbindung dieses Themas mit der Frage, wie man die Beteiligung an Gottesdiensten steigern kann. Dennoch gibt es auch dazu viel Lesenswertes im Blatt. Erhellend ist nicht zuletzt die Analyse von Professor Härle, dass die Konzepte für das »Wachsen gegen den Trend« im evangelikalen Bereich angesiedelt sind. Das weckt die Frage: Wo sind die Zukunftsmodelle und -konzepte für Gemeinden und Regionen, die nicht evangelikal geprägt sind und dies auch nicht werden wollen? Derzeit sehe ich da eine große Leere. Die Glaubenskurse, die wir in diesem Jahr unbedingt unters Volk bringen sollen, haben ja auch evangelikale Wurzeln beziehungsweise Tendenzen. Als alternatives Modell wird eine Gemeinde in Mainz präsentiert: Erfolg durch Modernität, wenigstens in der Musik. Dafür wird jedoch die Gesangbuchgemeinschaft mit der hessen-nassauischen und anderen Kirchen (wenigstens teilweise) aufgegeben. Eine eigene lokale Liedkultur spiegelt freilich eine Tendenz wider, die oftmals für freie Gemeinden symptomatisch ist. (...)

Pfr. Wolfgang Plodek; Dauborn

400 Teilnehmer beim Flashmob

Zu: »Ein Halleluja auf der Rolltreppe«; Evangelische Sonntags-Zeitung Nr. 52/2011

Das Kantorenteam, das den »Halleluja-Flashmob« im Wiesbadener LuisenForum organisiert hat, bedankt sich für die Berichterstattung. Wir freuen uns, dass man nach der Lektüre des Artikels die Stimmung des Nachmittags sehr gut nachvollziehen kann. Leider sind einige Zahlen nicht richtig wiedergegeben worden. Wir haben für den Flashmob die von Händel überlieferte Partitur des »Messias« verwendet, die nur vier und nicht 32 Gesangsstimmen vorsieht; an dem Flashmob haben außerdem 400 und nicht 200 Personen teilgenommen; auch wenn die erwähnten 808 Angemeldeten leider nicht alle bis zum Ende durchgehalten haben. Die von uns verwendete Orgel war ein elektronisches Instrument, das den Klang der Freiberger Silbermann-Orgel verwendet.Hans Kielblock;

Christian Pfeifer und Thomas Schwarz; Wiesbaden

FORUM

Unterstützung für Arai-Kirche

Zu: »Ich konnte nur weinen«; Evangelische Sonntags-Zeitung Nr. 52/2011

Katastrophen werden von vielen Medien nur in der Aktualität wahrgenommen. Es ist gut, dass die Evangelische Sonntags-Zeitung in der Weihnachtsausgabe des vergangenen Jahres an die Menschen erinnert hat, die von den Folgen des Tsunamis und der Atomkatastrophe in Fukushima betroffen sind. Diese weit entfernte Christengemeinde zeigt uns mehr als alles andere, welche Bedeutung Jesus als Hoffnungsträger auch heute noch hat. Gerne würde ich die Arai-Kirche (und mit mir vielleicht auch andere Leser und Leserinnen) finanziell unterstützen, damit sie die Flüchtlingskinder weiterhin betreuen kann. Bitte veröffentlichen Sie die Kontaktdaten von Pastor Okazaki oder eine Bankverbindung.

Erika Niedermann; Frankfurt

Der Bitte kommen wir gerne nach. Spenden können auf das Konto der Ostasienmission bei der Volksbank Kurpfalz eingezahlt werden (Kontonummer 65 55 41 00; Bankleitzahl 672 901 00; Stichwort: Sendai). Die dort eingehenden Beträge werden an die Vereinigte Kirche Christi in Japan weitergeleitet und von dieser in Fukushima, Sendai und Iwate verteilt. Wenn die Zweckbestimmung mit »Arai-Kirche in Sendai« angegeben wird, kommt die Spende nach Auskunft von Pfarrer Paul Schneiss auch genau dort an.Red

Verhohnepiepelt

Zu: »Einmal Hölle und zurück«; Evangelische Sonntags-Zeitung Nr. 46

Was sich der Autor mit dem Kommentar unter dem Votivbild gedacht haben mag? Es gibt wesentlich kläglichere Bilder vom »lieben Jesulein«, und der letzte Satz, der die sogenannte Höllenfahrt Christi verhohnepipelt, ist ebenso inakzeptabel. Aussagen des Bekenntnisses sind ebenso wenig lächerlich zu machen wie die naive Frömmigkeit von gläubigen Menschen, auch wenn ihre Kunstbildung nicht der eigenen entspricht.

Rudolf Weber; per E-Mail

Kein Höllenbild

(...) Wenn es sich um eine »Arme-Seelen«-Tafel bei dem Bild handelt, kann sie, anders als von Herrn Popp behauptet, keine Darstellung der Hölle sein. Diese Tafeln gibt es nur im Zusammenhang mit dem Fegefeuer. Das wird hier wie auch allgemein in der Ikonografie des Fegefeuers deutlich, weil die drei Gestalten beten (links und rechts) beziehungsweise die Hände zum Himmel erheben (Mitte). Eine solche »Kontaktaufnahme« zum Himmel finden wir in entsprechenden Höllendarstellungen nicht, denn die Verdammten haben keine Hoffnung mehr auf Erlösung.

Ab nach Hamburg?

Zu: »Neues Pfarrerdienstgesetz«; Evangelische Sonntags-Zeitung Nr. 49

Die Kirche als Großorganisation hat ihre eigenen Mechanismen. Doch diese Kirche besteht aus vielen einzelnen und oft lebendigen Zellen, den Kirchengemeinden. In diesen sind Pfarrerinnen und Pfarrer tätig, oft mit ihren Familien. Soll es so werden wie bei den Berufssoldaten, die mit ihren Familien oft umziehen müssen? Ich jedenfalls wünsche mir eine solche Kirche nicht. Und jungen Leuten, die jetzt Abitur machen, bei uns in der Kirche aktiv sind und überlegen, eventuell Theologie zu studieren, denen darf man von solchen Plänen von Befristung nichts sagen. Es ist schon schwer genug, von Hessen nach Rheinland-Pfalz zu wechseln, wenn die Kinder dadurch in ein anderes Schulsystem kommen. Und wechseln nach Hamburg oder München, das geht eh nicht. Also entschließen sich kirchliche gebundene Jugendliche nicht für den Pfarrerberuf und arbeiten lieber ehrenamtlich mit. Die negative Langzeitwirkung von Überlegungen der Befristung der Inhaberschaft einer Pfarrstelle gefällt mir nicht. Haben diejenigen, die diese neuen Gesetze entwerfen, den Kontakt zur Basis verloren?

FORUM

Harter Schlag

Zu: »Kopsch scheitert mit Wiederwahl«; Evangelische Sonntags-Zeitung Nr. 48

Das war in der Kirchensynode der absolute GAU: Nach zustimmenden Voten des Kirchenpräsidenten, der Kirchenleitung, des Synodalvorstands und des Pfarrerausschusses verweigert die Synode die Wiederwahl der Stellvertreterin des Kirchenpräsidenten. Das war für die Kandidatin ein harter Schlag. Vor allem aber wurden mit diesem Vorgang wichtige Verfassungsorgane unserer Kirche beschädigt. Die Lösung: Revision der Kirchenordnung.

Pfr. i. R. Manfred Kühn; Wiesbaden

In der »Bluthohl«

Zu: »Die Revolution des kleinen Mannes«; Evangelische Sonntags-Zeitung Nr. 44

Mit Interesse habe ich in der Evangelischen Sonntags-Zeitung den interessanten Beitrag über die Bauernkriege gelesen. Unter den »Orten der der Erinnerung« habe ich Pfeddersheim bei Worms vermisst, wo am
23. und 24. Juni 1525 eine der letzten Schlachten stattfand. In der hiesigen »Bluthohl« steht ein Denkmal, das an dieses Ereignis erinnert.

Zu: »So nimm denn ...« ; Evangelische Sonntags-Zeitung Nr. 47

Die Entstehungsgeschichte des Lieds »So nimm denn meine Hände« ist total anders, als Eckard Siggelkow sie in seinem Buch beschreibt. Ich selbst habe diese ergreifende Legende von der Missionarsbraut auch im guten Glauben in einer Predigt erzählt. Später lernte ich die »wahre« Geschichte kennen, und zwar in dem Buch »Den Kummer sich vom Herzen singen« von B. und W. Scheffbuch. Die Verfasserin Julie Hausmann, Lehrerstochter in Riga, schrieb in großer Zurückgezogenheit viele Gedichte, die über eine Freundin in die Hände des Berliner Pfarrers Gustav Knak gelangten und von ihm veröffentlicht wurden. Auf Wunsch der bescheidenen Dichterin verheimlichte er ihren Namen. Das später so berühmte Gedicht »So nimm denn …« wurde in kürzester Zeit so beliebt, erst recht seit der Vertonung durch Friedrich Silcher, dass es in zahlreiche Liederbücher aufgenommen wurde. Die Dichterin blieb zeitlebens in Riga, St. Petersburg und benachbarten nordöstlichen Regionen Europas, war nie verlobt oder verheiratet, auch nie in Afrika. Sie starb im Jahr 1901. Es ist interessant, wie sich »christliche Legenden« oft über lange Zeit erhalten nun sogar in unserer Sonntagszeitung Auferstehung feiern.

FORUM

Hilfreich

Zu: »Wer tickt hier anders?«; Evangelische Sonntags-Zeitung Nr. 46

Wir finden in unseren Tageszeitungen unter »Panorama« nur Schlagzeilen von Prominenten. Die Redaktion der Evangelischen Sonntags-Zeitung versteht es, auch an Randgruppen zu denken und ihnen eine Doppelseite zu widmen – wie den Autisten. Als Mutter eines betroffenen Sohnes danke ich für den Artikel. Er ist uns von der Seele geschrieben und sehr gut recherchiert.

Neuer Geist

Zu: »Stille Nacht« (Standpunkt); Evangelische Sonntags-Zeitung Nr. 46

Der Kommentar setzt seine Hoffnung auf einen Rechtsspruch als Grundlage für ein striktes und rechtlich gesichertes Nachtflugverbot. Auf dem Hintergrund der für uns maßgeblichen Resolution der hessen-nassauischen Kirchensynode von Mitte Mai ist auf die Frage nach erwünschtem neuen Rechtsfrieden zu antworten: Um diesem Ziel näher zu kommen, braucht es mehr als die Hoffnung auf einen Richterspruch. Es braucht einen völlig neuen Geist der Mitverantwortlichkeit auf allen kirchlichen Ebenen. Die perspektivische Umsetzung des notwendigen Schutzes für Schutzbefohlene in unseren Einrichtungen wie den Kindergärten bedarf nicht allein der Durchsetzung eines strikten Nachtflugverbots, das womöglich mit der Sanktionierung einer »Mediationsnacht« endet. Auch nervenzerreißender Krach im Minutentakt morgens um
5 Uhr hat solange nichts zu tun mit dem Gedanken von verantwortlicher Fürsorgepflicht, wenn nicht Ziele der Durchsetzung von Menschenrechten dazukommen. Somit kann ein striktes Nachtflugverbot bestenfalls als ein allererster Schritt in die richtige Richtung gelten: Ziel unserer Arbeit im Sinne von Fürsorgepflicht sollte dann nicht nur ein Nachtflugverbot mit Schutz der gesetzlichen Nacht von 22 bis 6 Uhr sein, sondern auch der Schutz vor krankmachendem und vermeidbarem Fluglärm am Tag.

Überholte Form
der Partnerschaft

Zu: »Akzente gesetzt«; Evangelische Sonntags-Zeitung Nr. 43.

Wie neugierig war ich, als ich auf dem Deckblatt las, dass Kirchenpräsident Jung »Afrika« besucht und dort Konsultationen zur charismatischen Herausforderung mit Partnerkirchen geführt hat. Wie enttäuscht war ich aber nach der Lektüre des langen Artikels. Nur zwei Absätze beschreiben die Lage in Afrika, wobei die Meinung der Partner selber nicht dargestellt wird. Kein Wort über deren Beiträge und Botschaften an die deutsche Delegation. Kein Hinweis über die Eindrücke unseres Kirchenpräsidenten und was er aus den Konsultationen nach Hessen mitgebracht hat. Ich brauche keinen Bericht über eine Reise der Kirchenleitung nach Afrika um zu erfahren, welche vier Aspekte der charismatischen Bewegung Gemeinden der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau laut Jung zur eigenen Weiterentwicklung nutzen können. Auch nicht die sieben Orientierungspunkte für eine kritische Bewertung der charismatischen Gruppen. Und schon gar nicht die sieben Leitsätze für eine gute Gemeindearbeit. Dies alles sind sehr interessante Thesen. Ich hätte sie aber lieber in einem anderen Kontext gelesen. Denn somit stellt dieser Artikel leider wieder mal eine überholte Form der deutsch-afrikanischen Partnerschaft dar: Keine, die dem Dialog unter gleichwertigen Partnern entspricht, sondern in der die klugen und gelehrten Deutschen den armen Afrikanern alles erklären. Wie hat es mich daher gefreut, später in derselben Zeitung zu lesen, dass im Rahmen einer Partnerschaft auf Dekanat-Distrikt-Ebene Besucher aus Tansania den Westerwälder Protestanten wichtige Impulse für die Gemeindearbeit im Dekanat Selters auf den Weg gegeben haben. Auch das Interview mit Pröpstin Annegret Puttkammer in der folgenden Ausgabe der Sonntagszeitung hat mich sehr gefreut, denn anders als der eingangs erwähnte Beitrag gibt dieser den Dialog beziehungsweise Austausch wieder, der während des Besuchs stattgefunden hat (auch wenn die Partner nicht direkt zu Wort kommen).

Bruno Schoen; Frankfurt

Den Menschen
keine Angst machen

Zu: »Kerzen erinnern an Brustkrebs-Patienten«; Evangelische Sonntags-Zeitung Nr. 41

Es sterben immer noch zu viele Menschen an Brustkrebs. Aber die Mehrheit überlebt die Erkrankung. Bei mir wurde vor rund 15 Monaten Brustkrebs festgestellt. Vor mittlerweile neun Monaten wurde ich aus der Therapie entlassen. Mir geht es gut, ich bin wieder berufstätig wie vorher. Nein, stimmt nicht! Ich habe noch einmal aufgestockt, arbeite mehr und mit Freude in einer neuen Arbeitsstelle, jetzt in leitender Position. Und wie mir geht es so vielen Brustkrebspatientinnen. Klar können auch wir wieder erkranken – so wie jeder andere Mensch, jede andere augenscheinlich gesunde Frau auch. Ich habe immer über meine Erkrankung gesprochen und hoffe, für andere ein positives Beispiel zu sein. An einer Aktion wie der von Ihnen beschriebenen werde ich nicht teilnehmen, und wie ich denken viele Frauen, die in der gleichen Situation sind wie ich. Deshalb: Machen Sie den Menschen nicht Angst, indem Sie kommentarlos berichten, dass an die Toten erinnert wird. Machen Sie denen Mut, für die es ein Leben mit und nach der Krankheit gibt. Machen Sie den Menschen Mut, die sich vor der Krankheit, den Kontrollen und Untersuchungen fürchten. Dann, und nur dann, müssen auch weniger Kerzen angezündet werden.

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