SPRENGEL HANAU

Jugendarbeit beeindruckt die Gäste

Rum-orthodoxer Bischof und seine Delegation informieren sich in Erlensee über das Leben einer protestantischen Gemeinde

ERLENSEE. Von Nord nach Süd verlief die Besuchsstrecke der Delegation des Rum-orthodoxen Patriarchats von Antiochia um Bischof Hazim Ghattas. Nach einem Tag im Kirchenamt der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck in Kassel und Gesprächen mit der Kirchenleitung stand auch die Gemeinde Erlensee im Sprengel Hanau auf dem Programm. Dort lernten der Bischof und seine Begleiter das Leben einer hiesigen Gemeinde kennen.

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Erzpriester Fayez Mansour (von links), Reverend Abdo Najjar, Bischof Hazim Ghattas, Dekan Martin Lückhoff, Pfarrerin Katrin Klöpfel und Professor Abou Mrad besichtigen die Kirche in Erlensee.

Die Gemeinde Erlensee freute sich über den Besuch, zumal Pfarrerin Katrin Klöpfel bereits im Libanon zu Gast an der orthodoxen Universität in Balamand war. Besonderes Interesse äußerte Bischof Ghattas an der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit. Die Delegation zeigte sich beeindruckt von der hochwertigen Arbeit der Gemeinde in diesem Bereich. Pfarrerin Klöpfel führte die Gruppe durch den Kindergarten, wo sie eine lebendige Kinderkirche miterlebte, die zum festen Programm der Einrichtung gehört.

Eine besondere Verbindung besteht zwischen dem Predigerseminar in Hofgeismar und der orthodoxen Universität Balamand. Kurhessische Pfarrer haben dort gelehrt und an Studienprogrammen teilgenommen, Studierende aus Balamand haben Hofgeismar besucht und Praktika in kurhessischen Gemeinden erlebt.

Bischof Ghattas steht als Dekan dem Theologischen Institut der Universität Balamand vor. Dort gibt es derzeit 50 Theologie-Studenten, die mehrheitlich aus dem Libanon und aus Syrien kommen. Ghattas selbst ist ein Syrer.

Aufbau einer Partnerschaft mit der Diözese Homs

Der Kirchenkreis Hanau-Land baut zurzeit eine Kirchenkreispartnerschaft mit der Rum-orthodoxen Diözese Homs in Syrien auf. Deren Situation durch die bewaffneten Konflikte in Syrien war ebenfalls Thema des Besuchs. »Uns wurde eine verzweifelte Situation geschildert«, so Lückhoff. Neben die Sorgen um die Infrastruktur, die medizinische Versorgung und das Einkommen sei eine weit verbreitete Hoffnungslosigkeit getreten. Dennoch hätten die Gäste betont, ihre Zukunft als Christen in der Heimat zu sehen.

Aktuell geht es um humanitäre Unterstützung

Im Kirchenkreis werde nun überlegt, wie man die Partner so unterstützen können, dass sie auch künftig ihren Glauben frei leben können. Langfristig wolle man sich in den Bereichen Religionspädagogik und Kirchenmusik engagieren. Aktuell aber gehe es um humanitäre Unterstützung, betonte der Dekan.

Partner werden noch lange Zeit Hilfe brauchen

Derzeit werde geklärt, ob mit den bereits vorhandenen Kollekten medizinische Produkte gekauft und nach Syrien geschickt oder ob sie in der Region eingekauft werden sollen. Damit die Hilfe auch wirklich bei den Bedürftigen ankomme, müsse sehr gründlich überlegt und vorgegangen werden, so Lückhoff. Allerdings sei zu befürchten, dass die Partner noch lange Zeit Hilfe brauchten.

Die rum-orthodoxe Kirche hat etwa eine Million Mitglieder, rund 800 000 leben in Syrien, 200 000 im Libanon. Sie gilt als eine der ausgesprochen liberalen orthodoxen Großkirchen.

Den vollständigen Bericht lesen Sie in der Printausgabe der Evangelischen Sonntags-Zeitung.

Foto: esz / Jens Heller

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