Kirche muss am Leben teilhaben
Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt predigt im Stiftungsgottesdienst
BAD SODEN. Auch in einem so reichen Land wie Deutschland geht es nicht ohne Beistand und Zuwendung, sagte Katrin Göring-Eckardt im Stiftungsgottesdienst in Bad Soden. Die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags und Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland predigte in der voll besetzen Kirche, wo einmal im Jahr auch die Stifter und Förderer der Stiftung der Evangelischen Gemeinde Bad Soden zusammen kommen.

Stiftungsvorsitzende Marlehn Thieme (rechts), die wie Göring-Eckardt (links) dem Rat der EKD angehört, hat die Grünen-Politikerin und engagierte Christin nach Bad Soden eingeladen.
Es sei beeindruckend und hilfreich zu sehen, was die Stiftung an Sichtbarem schon geschaffen habe, wie etwa die gut renovierte Kirche oder die Förderung von Kindern und Jugendlichen. »Wir sollen aber auch das Unsichtbare des Glaubens suchen«, sagte Göring-Eckardt, die Theologie studiert hat. Sie ist bekannt dafür, dass sie in ihrer Person entschiedenes Christsein mit politischem Engagement verbindet.
Wie Kirche und Politik die Menschen mehr erreichen können, entscheide sich daran, ob diese am Leben der Menschen teilnehmen. Die Kirche habe den Vorteil, dass sie von einem Gott erzählen kann der, wie das Leben der meisten Menschen, auch nicht ohne Brüche sei.
Verlässliche Grundfinanzierung gemeindlicher Aktivitäten
Stiftungsvorsitzende Marlehn Thieme, die wie Göring-Eckardt dem Rat der EKD angehört, hat die Grünen-Politikerin und engagierte Christin nach Bad Soden eingeladen. Mit der Stiftung Evangelische Kirche Bad Soden verhalte es sich wie mit dem Glauben, sagte Thieme. Die Stiftung brauche das Vertrauen, dass vieles was heute noch nicht zu sehen ist, in Zukunft sichtbar werde. Schon jetzt erbringe die 2006 gegründete Stiftung aus ihrem wachsenden Vermögen ein Fünftel des Kollektenhaushaltes. Sie stelle eine »verlässliche Grundfinanzierung gemeindlicher Aktivitäten unabhängig von der Kirchensteuer«. Als konkrete Aufgaben nannte sie die Kinder- und Jugendarbeit, kulturelle Projekte und die Sodener Passion. Ganz wichtig sei es, auch schon die kleinen Kinder und die Grundschulkinder anzusprechen und nicht erst zur Konfirmation.
Als Thüringer Abgeordnete der Grünen vertritt Göring Eckardt seit 1998 die Interessen der Thüringer Bevölkerung im Deutschen Bundestag. Besonderes Augenmerk legt sie auf die Altersarmut in Deutschland. Weitere Schwerpunkte ihrer Arbeit sind die Sozial- und Familienpolitik. Die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags wurde 2009 zur Präses der EKD-Synode gewählt. Als Mitglied im Vorstand des Deutschen Evangelischen Kirchentags hat sie diesen 2011 in Dresden als Präsidentin geleitet.
Informationen über die Stiftung zeigt die Internetseite www.stiftung-badsoden.de
Foto: eöa / Hans-Albert Genthe


