Fest mit Baustellenbesichtigung
Petruskirche in Gießen feiert 50. Geburtstag auch mit der griechischen Gemeinde • Von Thomas Wißner
GIESSEN. Die Gießener Petrusgemeinde feiert am Pfingstsonntag, 27.Mai, 50 Jahre Kirchenbau. Ein Festgottesdienst und ein Gemeindefest im Wartweg stehen auf dem Programm.

Wuchtig ist sie, die Petruskirche in Gießen. Eingeweiht worden ist sie vor 50 Jahren von Martin Niemöller.
Als »Geburtstagsgeschenk« wünscht sich die Kirchengemeinde einen Lift für ihr benachbartes Gemeindehaus. Dafür wurde bereits eine Spendenaktion gestartet, denn die Gemeinde hat für den 185 000 Euro teuren Aufzug einen Eigenanteil in Höhe von 60 000 Euro zu tragen. Gut ein Drittel sind bis jetzt an Spenden zusammengekommen. Beim goldenen Jubiläumsfest steht auch eine Besichtigung der Baustelle auf dem Programm.
Griechische Gemeinde beteiligt sich an der Feier
Auch die griechische Gemeinde beteiligt sich an der Feier. Seit einigen Jahren ist sie eng mit der Petrusgemeinde verbunden und nutzt auch das Kirchengebäude für ihre Gottesdienste. Die Geschichte der heutigen Petrusgemeinde beginnt mit dem 1. Januar 1929, denn bis zu diesem Tag reichen die Kirchenbücher zurück. Sie wurde damals aus der heutigen Lukasgemeinde ausgegliedert. Organisation und Aufbau verdankt die Petrusgemeinde ihrem ersten Pfarrer Friedhelm Waas. Obwohl der ebenfalls schon 1929 gegründete Kirchenbauverein durch Sammlungen ansehnliche Beträge zusammenbrachte, war an den Bau einer Kirche zunächst nicht zu denken.
Provisorium war lange Heimat der Gemeinde
1932 entstand durch den Anbau eines kleinen »Betsaals« an den Raum der Elisabeth-Kinderschule im Alten Wetzlarer Weg die »Petruskapelle«. Dieses kümmerliche Provisorium war 30 Jahre lang die Heimat der Gemeinde. Nach dem Tod von Waas war es Pfarrer Otto Trapp, der ab 1933 die Gemeinde führte. Er versuchte, die Pläne für den Kirchenbau auf dem bereits erworbenen Grundstück im Wartweg zu verwirklichen, auf dem heute die Petruskirche steht.
Martin Niemöller weihte die Kirche ein
Nach seiner Rückkehr aus russischer Gefangenschaft zu Neujahr 1948 nahm Trapp seinen Dienst in der Gemeinde wieder auf und aktivierte 1952 den Kirchenbauverein erneut. 1953 dann gab es endlich einen Bauausschuss, der einstimmig den Frankfurter Architekten Alfred Schild mit den Ausführungen des Baus beauftragte. Am 24. Juli 1960 erfolgte die feierliche Grundsteinlegung. Der Bau zog sich durch Planungsfehler und Materialengpässe länger hin als vorgesehen. Dann endlich weihte Martin Niemöller am Pfingstmontag 1962 die Kirche ein.
Unter dem späteren Oberkirchenrat Karl Dienst, der die Geschicke der Petrusgemeinde von 1963 bis 1970 lenkte, wurde der Bau des Gemeindehauses mit Küsterwohnung und der Beschaffung der Orgel abgeschlossen. Damit waren die Voraussetzungen geschaffen für eine kirchenmusikalische Arbeit, deren Ruf durch den im vergangenen Jahr verabschiedeten langjährigen Petruskantor Herfried Mencke weit über die Grenzen der Universitätsstadt Gießen hinausgegangen ist. Seit Februar 1988 ist Matthias Leschhorn Pfarrer der Petrusgemeinde. Zur Gemeinde gehören zwei Altenwohnheime und der soziale Brennpunkt Margaretenhütte.
Im Gemeindegebiet befinden sich die hessische Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge, der Klinikkomplex und die Naturwissenschaften der Justus Liebig Universität Gießen. Eine Grundschule liegt im Gemeindegebiet, ein integrativer Kindergarten sowie ein Sprachheilzentrum, dessen Träger der Sozialdienst Katholischer Frauen ist. Genug zu tun also für Leschhorn und sein Team.
Den vollständigen Bericht lesen Sie in der Printausgabe der Evangelischen Sonntags-Zeitung.
Foto: Thomas Wißner


